Seat 18A: Los Angeles – Zurich

Von Stefanie Rigutto, 15. Oktober 2009

Wir kamen etwas gar knapp am Flughafen in Los Angeles an. Etwa 55 Minuten vor Abflug (die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von „fast verschlafen“ über „unerwartet viel Verkehr“ bis „Autoverleih-Station nicht mehr gefunden“). Eingecheckt sind wir auch noch nicht. Und die Schlange vor den Check-in-Schaltern ist lang. Sehr lang – sie zieht sich durch die ganze Halle. Guten Morgen Panikattacke!

Verzweifelt wenden wir uns an eine Flughafen-Angestellte. Sie bekommt ob unserer Flugzeit grosse Augen, ruft aufgeregt „Follow me, please“ und bugsiert uns – unter den verärgerten Blicken der Wartenden – an die Spitze der Schlange. Wie s’Bisiwetter checkt uns ihre Kollegin ein, macht nicht einmal mehr ein Kreisli um die Gate-Nummer und sagt: „Now run! RUN!“

Also rennen wir. Wir rennen durch die Passkontrolle, durch den X-Ray, durch all die hundertausend Gänge. „Hurry, hurry“, ruft uns die Dame am Gate von weitem zu. Wir schmeissen die Boardkarte hin und spurten durch den Finger zum Flugzeug. „Lola rennt“ ist Pipifax dagegen.

Kaum im Flugzeug, schliesst die Flight Attendant hinter uns die Tür. Ich werfe mich auf Sitz 18A, völlig ausser Atem. Jeeeh, wir habens geschafft, jubeln wir. Vor lauter Abklatschen hören wir fast die Durchsage nicht: Wegen des heftigen Gewitters, das derzeit über den Flughafen ziehe, könne man vorerst nicht starten, sagt die Flight Attendant.

Wir warten. Drei Stunden.

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