21. Wenn eine eine Reise tut

Von Brigitte Zaugg, 1. März 2015

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Es ist ein Unterschied, ob man nach einem ganzen Schweizer Arbeitsjahr oder von einem Kurztrip durch Südindien nach Goa zurückkommt. Das Interesse an der fernen und für die allermeisten Inder ohnehin unerreichbaren Schweiz hält sich – auf deutsch gesagt – in engen Grenzen, die Fragen unserer goanischen Freunde beschränken sich meist auf „Cold is there?“, „Now snow?“ und vielleicht noch Dinge wie „How much you pay for pedicure in Switzerland?“.

Bei Südindien aber können alle mitreden, manche waren selbst schon mal in Bengaluru, haben den Palast von Mysore oder den gigantischen Tempel von Srirangam besucht. Sofort entsteht ein angeregtes Geplauder, man lobt den guten Zustand der Strassen in Tamil Nadu, vergleicht die tiefen goanischen Bierpreise mit den hohen in Karnataka, redet über Infrastruktur, Politik und Korruption in den verschiedenen Bundesstaaten, fragt nach Zimmerpreisen und will vor allem wissen, ob wir denn nun den Tiger gesehen hätten. „Not seen? Oooh…“

Doch auch ohne Tiger wollen alle die Fotos anschauen, die ich unterwegs gemacht habe – was mich natürlich mit einem gewissen Stolz erfüllt. Einige fingerlen sogar ungeniert auf dem Display meines iPads herum, und so schnalle ich ganz nebenbei, dass man ja auf diese Weise Details heranzoomen und quasi auf dem Bild umherwandern kann. Tja, man lernt doch immer wieder etwas dazu.

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Ab in den Beachshack „Café del mar“ zum Sundowner, allen von unserer Reise erzählen – und noch einmal so richtig gepflegt abhängen, bevor es in die terminbeladene Ferienschlussphase geht

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Stillleben mit Fenipic und fesselndem Reisebegleiter: Mein Nachttischli im Empire Beach Resort. Der Roman „Sea of Poppies“ aus der Ibis-Trilogie des indischen Autors Amitav Ghosh ist bald ausgelesen. Er ist meine einzige Ferienlektüre. Ja, so langsam und so wenig lese ich!

INGREBIDEL !NDIA: Als Gastbloggerin des Monats Februar schreibt annabelle-Produzentin Brigitte Zaugg über ihre jüngste Südindien-Reise mit Strandferien in Goa und einer Rundreise durch Karnataka, Tamil Nadu und Pondicherry. Ihr Profil bei Tripadvisor: „Reisende/r über 60“, „Ökotourist“, „Fan von Ruhe und Entspannung“. Mit dabei: Arno (68), die ultimative Inkarnation des Tripadvisor-Kriteriums „Fan von Ruhe und Entspannung“ und ein Meister der universellen Zeichensprache („Wieso reden, wenn mit ein paar angedeuteten Handzeichen alles gesagt werden kann?“)

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