Wanderung über den Septimer- und Lunghinpass! Auweia!

Von Stefanie Rigutto, 30. Juli 2015

Ich war wieder mal wandern. Dieses Mal ging es ins Bündnerland, auf eine spektakuläre Route, die auch an einem herrlichen Sommertag nicht überlaufen ist. Obs daran liegt, dass auf dem Weg keine einzige Beiz liegt? Allzu steil ist der Weg nämlich nicht (was nicht heisst, dass mir am anderen Tag nicht alles weh tat…). Hier also mein Wanderprogramm für das nächste Wochenende:

Freitagabend: Anreise nach Bivio. Dort steigen Sie ab im hübschen Hotel Post.

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Samstag: Wir stärken uns im Dorflädeli „Chäs & Brot“ mit Brot, Schüblig und Alpkäse und laufen los, alles dem Wanderweg Nr. 64 – Via Sett – entlang.
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Etwa zwei Stunden lang dauert der Aufstieg zum Septimerpass auf 2310 Meter. Man wandert der glucksenden Eva dal Sett entlang, hört überall Kuhgebimmel, die Berge sind mit schönstem Grün überzogen. Im Mittelalter war dies einer der am meist begangenen Alpenpässe. Der Ausbau der Julierstrasse im 19. Jahrhundert bedeutete jedoch das Aus für den Septimer als Transitpass.

Würde man vom Septimerpass ins Bergell nach Casaccia (steiler Abstieg!) laufen, sähe man noch eine alte (restaurierte) Römerbrücke. Doch wir wollen noch ein bisschen weiter nach oben: auf den Lunghinpass.

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Ein Pass wie er sein muss: Schutt und Geröll, ein paar Schneefelder, dünne Luft. Nach rund einer Stunde kommt man keuchend auf 2645 Meter an. Der Lunghinpass ist die einzige dreifache Wasserscheide Europas: Gegen Osten fliesst das Wasser in den Inn und via Donau ins Schwarze Meer. Nach Nordwesten fliesst es in die Julia, dann in den Rhein und schliesslich in die Nordsee. Und das Wasser der Mera fliesst im Südwesten in den Comersee und via Po ins Mittelmeer.

Gleich nach dem Pass wartet der eiskalte, tiefblaue Lägh dal Lunghin, wo wir die heissen Füsse kühlen.
IMG_0001 IMG_0002Der Abstieg nach Maloja ist spektakulär: Man hat ein gigantisches Alpenpanorama vor sich. Der Blick geht vom Silsersee über die Maloja-Passstrasse (das Tü-ta-tooo des Postauto hört man sogar hier oben) bis zur imposanten, 760 Meter langen Albigna-Staumauer, die vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich errichtet wurde.
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IMG_0008In Maloja – nach 5 bis 6 Stunden wandern – gibts zuerst ein kühles Bier! Dann gehts mit dem Postauto nach Sils-Maria, ein hübsches Dörfchen, wo man im frisch renovierten Hotel Cervo übernachtet und feinste Pizza isst.

Sonntag: Rückfahrt. In St. Moritz nimmt man den Glacier Express und fährt die grandiose UNESCO-Route runter bis Chur.

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