Ach, du mein geliebtes Telefonino: Die Italiener und ihre Handymania

Von Stefanie Rigutto, 29. September 2015

Kürzlich schaute ich die Politiksendung „Ballarò“ auf Rai 3. Man schwatzte sich drein, wie man das auch in Schweizer Polit-Talkshows tut. Aber vor allem – und das hatte ich hierzulande noch nicht gesehen – fingerten die Gäste dauernd auf ihren Smartphones herum. Ja, genau: live, während der Sendung! That’s Italia! Leider war ich immer zu spät mit Abdrücken, deshalb hier nur ein Symbolbild:

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Immer, wenn sie selber nicht gerade sprachen, nahmen die Gäste ihr Handy in die Hand, das griffbereit neben den Beinen auf dem Sessel lag. Rechts oder links – ganz egal. Sowohl Paola De Micheli, Staatssekretärin des Wirtschafts- und Finanzministerium, als auch Massimiliano Fedriga von der Lega Nord tippten auf ihrem Smartphone herum, sobald sie glaubten, nicht mehr gefilmt zu werden (dem war nicht so…). Es war so absurd, dass sogar der Moderator zu Paola de Micheli sagte: „Wichtige News?“ Worauf diese sich – ganz Italienierin – geschickt verteidigte: „Sie haben doch gesagt, wir sollen über die Sendung twittern!“

Tja, die Italiener und ihr Handy. Studien zeigen, dass nur wenige Nationen ihr Smartphone so fest lieben wie die Italos ihr „telefonino“. Im Schnitt verbringt der Italiener vier Stunden pro Tag am Smartphone, entweder beim Surfen im Internet oder am Telefonieren mit der Mamma. Kein Wunder, wird das Telefon sogar besungen. Jüngst von Nek im Song „Se telefonando“:

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