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11. Tierische Verkehrsteilnehmer

Von Brigitte Zaugg, 18. Februar 2015

Doddahundi, Mandanahalli, Gujjegowdanapura, Holehundi, Thelagumasahalli: Die Namen der Dörfer werden immer exotischer, und immer seltener begegnen wir motorisierten Vehikeln, dafür überholen wir vorsichtig Ziegenherden, Ochsengespanne und Kühe, denen wir für ihr nächstes Leben vor allem eins wünschen: eine saftige Schweizer Alpweide. Weiterlesen

10. Luxus einst und heute

Von Brigitte Zaugg, 17. Februar 2015

Bunte Orangerie-Dächer aus böhmischem Kristallglas, tonnenweise weisser Marmor aus Carrara, Art-déco-Möbel aus Paris, eine Audienzhalle so gross wie das Kirchenschiff im Petersdom, mit einem Thron aus purem Gold, und gigantische Fresken mit militärischen Paraden zu Ehren des Hausherrn: Der Reichtum der Maharadschas von Mysore muss grenzenlos gewesen sein, der Amba-Vilas-Palast bezeugt das mit jedem Winkel. Auf einem Gemälde ist zum Beispiel der so genannte „State Elephant“ in goldenem Geschmeide zu sehen: Es war ein Elefant, der in seinem Leben nichts anderes zu tun hatte als zu repräsentieren und vor dem Palast eine gute Falle zu machen, wenn der Maharaja hohe Gäste aus dem Ausland empfing. Weiterlesen

9. Der Mahut und sein Toyota

Von Brigitte Zaugg, 11. Februar 2015

Irgendwie königlich, wie wir, von der Air Condition lind umfächelt, im Fond eines überaus komfortablen Toyota Innova auf weiss bezogenen Sitzen mit verstellbaren Rücken- und Armlehnen thronen, vor uns die glänzend schwarze Wuschelfrisur unseres Fahrers Vijay und eine staubige Landstrasse ins Abenteuer Südindien. Weiterlesen

8. Unterwegs nach Süden

Von Brigitte Zaugg, 10. Februar 2015

Karte: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH Morgengrauen in der 9-Millionen-Boomtown Bengaluru, Kapitale des Bundesstaats Karnataka, einst britische Garnisonsstadt und heute eines der wichtigsten IT-Zentren der Welt. Ich erwache zerknittert, mit dem schwammigen Gefühl, die ganze Nacht von bedrohlichen Katzen auf bedrohlichen Strassen geträumt zu haben. Es muss ein Tagesrest gewesen sein: Vor der Abfahrt zum Flughafen in Goa habe ich nämlich unseren Taxifahrer Aggy eindringlich gebeten, doch bitte nochmals die Pneus zu kontrollieren. Aggy lächelte milde, als ich ihm die Sache mit dem Gecko erzählte. Dennoch fiel mir auf, dass er sich auf der dreiviertelstündigen Fahrt nach Dabolim bei jeder Kirche bekreuzigte, einmal sogar noch bei einem Hindutempel. Und wieso wohl berührte er, während er den Motor startete, mit der freien Hand auf dem Armaturenbrett die Statuette von Saint Francis Xavier, dem in Goa omnipräsenten Lokalheiligen, den die Zeitungen flapsig „SFX“ nennen? Weiterlesen

7. Make Blouse Not War

Von Brigitte Zaugg, 8. Februar 2015

Wie schön, dass ich vor unserem Trip ins südindische Neuland noch meine Leinenblusen bei Schneider Parvesh drüben in der Holiday Street (sic!) abholen kann. Sechs Stück habe ich diesmal bestellt, alle nach dem gleichen simplen Schnittmuster eines Tops, das ich in grauer Vorzeit in Zürich im Ausverkauf erstanden und solange getragen habe, bis es überall zu reissen begann und schliesslich nur noch als Vorlage taugte. Seither kriegt es Winter für Winter Nachwuchs in allen Farben aus Parveshs Schneideratelier, mal kurz-, mal langärmlig, mal als Tanktop. Weiterlesen

6. Ganz aus dem Häuschen

Von Brigitte Zaugg, 7. Februar 2015

Eine kleine Hütte unter der Treppe zum Turmrestaurant ist der Spa-Bereich des „Empire Beach Resort“, wobei Spa hier durchaus die Abkürzung für „Simply Pure Ayurvedic“ sein könnte. Denn einfacher gehts definitiv nicht. Da gibts weder feuchtwarme, flauschige Frottiertücher noch Räucherstäbchen oder gar sanfte Sitarklänge aus dem Hintergrund für den seelischen Gleichklang, sondern nur: einen nackten Steinboden, einen asketischen Behandlungstisch auf Taillenhöhe, einen fleckigen Stuhl und ein wackliges Gestell mit einer unübersichtlichen Ansammlung von Flaschen und Fläschchen in undefinierbaren Erd- und Schlammfarben. Das ist das Reich von Binu, dem Ayurveda-Masseur meines Vertrauens. Alles ist dunkel und – oily, oily, oily. Nicht wirklich einladend, und doch flüstert es aus jedem Winkel dieses mediokren Raums: In keinem Wellnesstempel der Welt bist du den Zauberkräften der Kerala-Dschungelpflanzen näher als hier. Weiterlesen

5. Frauenpower à l‘indienne

Von Brigitte Zaugg, 6. Februar 2015

Das ist Meena, im „Café del mar“ zuständig für die Betreuung der Touristen draussen auf den Liegestühlen. Hat jemand seine Sonnencrème vergessen? Meena kann aushelfen. Braucht jemand ein Badetuch? Einen Sarong? Ein T-Shirt? Meena hat alles im Angebot. Hat jemand seinen Hotelzimmerschlüssel im Sand verloren? Meena findet ihn. Pedicure mit Fussmassage gefällig? Samt Lackierung in einer Trendfarbe? Für 500 Rupien, etwa acht Franken, gibt Meena alles und setzt auf Wunsch aus winzigen Glitzersteinchen Blümchen auf die frisch bemalten Zehennägel. Weiterlesen

4. Shack-as-shack-can

Von Brigitte Zaugg, 5. Februar 2015

Ein kilometerlanger Strand, an dem sich Beachshack an Beachshack reiht: An der nordgoanischen Küste von Candolim über Calangute bis Baga muss wahrlich niemand darben. Überall gibts kaltes Bier und heisses Essen (Wi-Fi sowieso) – genau genommen gibts eigentlich überall mehr oder weniger dasselbe. Das hat den grossen Vorteil, dass man sich als „Fan von Ruhe und Entspannung“ auf einen einzigen Beachshack konzentrieren und dort sorglos zurücklehnen kann, weil man ziemlich sicher auch an diesem Tag anderswo rein gar nichts verpasst. Weiterlesen