Gast-Post

Generation Hostel

Von Danielle Hausmann, 19. März 2015

Auch ohne eine SWOT-Analyse im Vorfeld ist klar: Als Erwachsene mit den eigenen Eltern zu reisen, bietet Chancen - und Gefahren. Man kennt es ja eigentlich aus der Jugend; wie idyllisch auch immer die Familien-Konstellation sein mag, irgendwann kommt der Punkt, an dem sich die negativen Seiten des eigentlichen Glücks zeigen, dass man sich gut kennt. Entscheidet man sich aber bewusst für einen Mehrgenerationen-Trip, ist Neuseeland eine sehr gute Option. Mit einer unendlichen Anzahl an Hostels bietet es die idealen Rahmenbedingungen für einen Familienausflug, in meinem Fall einer Reise mit meinem Vater und seiner Frau. Weiterlesen

Neuseeland, nie genug

Von Danielle Hausmann, 10. März 2015

„It’s only a drop in the ocean“ – dies ein so genanntes „useful Idiom“, das ich in der Sprachschule in Singapur gelernt habe. Nun, für zwei Wochen in Neuseeland, stimmt diese Redewendung in Bezug auf meine Verweildauer wie die Faust aufs Auge. Aber zwei Wochen sind viel besser als nichts und angesichts der schieren Grösse und Vielfalt der Natur wären auch zwei Monate nicht genug, um das ganze Land zu sehen. Das zeigt sich während meiner Reise eindrücklich bei einer Begegnung auf der Fähre von Wellington nach Picton; ich treffe einen Hiker, der ganze zwei Jahre durch Neuseeland wandert. Vom nördlichsten Punkt der Nordinsel bis hinunter zur südlichsten Spitze der Südinsel. Für jede Insel ein Jahr. Ich werde kurz sehr andächtig, diesen Langzeit-Traveller exakt bei seinem Halbzeit-Punkt angetroffen zu haben. Weiterlesen

24. Postscriptum electronicum

Von Brigitte Zaugg, 5. März 2015

Wie Enkelin und Grossmutter: Sonu (oder ists Monu?) und ich, beide mit Statement-Bracelets aus Holz im trendigen Blockfarben-Streifenlook, die wir uns als Andenken an einen netten Abend im „Café del mar“ im mobilen Souvenirlädeli von Meena gekauft haben Durch die zähe Hochnebeldecke über Zürich fallen drei herzerwärmende Sonnenstrahlen in Form von E-Mails mit angehängten Bilddateien in meinen erfolgreich zurückeroberten Alltag: Eines ist von Monu und Sonu (oder heissen sie Sonu und Monu?) aus dem nordindischen Jaipur, eines von Ravi Kumar aus den Nilgiri Hills und eines von Xavier Silveira aus Stuttgart. Weiterlesen

23. Time To Say Goodbye

Von Brigitte Zaugg, 3. März 2015

Just married: Jeson und Valentina mit Gratulantinnen und Kameramann vor der St.-Alex-Kirche in Calangute Die letzten Ferientage in Goa wollen gut geplant sein, denn man muss da einiges aneinander vorbeibringen: Letzte Termine bei Ayurveda-Masseur Binu, Yakwolldecken und etwas Silberschmuck auf dem Tibet Market in Calangute einkaufen, eine Einladung zur Falooda-Degustation (ein Glacegetränk mit Rosensirup) bei Nasu und ihrer Mutter Illa, eine letzte Pedicure bei Meena. Und natürlich die letzten Abendessen: Einmal Barbecue bei Greg Fernandes im „Café del mar“, einmal Crevetten-Biryani bei Gregs Bruder Luis im Nachbarshack „Simon’s Place“ (für einen Bootstrip mit dem „Captain“ reicht die Zeit ja ohnehin nicht mehr), einmal Sonntagsbraten mit Kartoffelstock bei Tante Lourdes im „Vilo Villa“ – und ganz sicher noch einmal eine deftige tibetische Nudelsuppe bei unserem guten alten Freund Ganesh Shrestha im „Sea Shore“ gleich bei der Busstation unter dem Banyan-Baum in Calangute. Weiterlesen

22. Das ging in die Unterhose

Von Brigitte Zaugg, 2. März 2015

Man kann es nicht oft genug sagen: Ingrebidel !ndia. In den Kleidern baden gehen? Und dafür in den Unterhosen am Strand rumstehen? In Goa ist alles möglich – obwohl der Beach-Dresscode jüngst wieder heftig zu diskutieren gab. Im vergangenen Sommer forderte Goas Public-Works-Minister Sudin Dhavalikar, man solle für alle Strände des Bundesstaats aus Gründen der Züchtigkeit ein Bikiniverbot erlassen. Das brachte die Goanerinnen und Goaner reihenweise auf die Palme. Verständlich, denn Goa lebt seit den Hippiezeiten der späten Sechzigerjahre von und mit den Touris. Weiterlesen

21. Wenn eine eine Reise tut

Von Brigitte Zaugg, 1. März 2015

Es ist ein Unterschied, ob man nach einem ganzen Schweizer Arbeitsjahr oder von einem Kurztrip durch Südindien nach Goa zurückkommt. Das Interesse an der fernen und für die allermeisten Inder ohnehin unerreichbaren Schweiz hält sich – auf deutsch gesagt – in engen Grenzen, die Fragen unserer goanischen Freunde beschränken sich meist auf „Cold is there?“, „Now snow?“ und vielleicht noch Dinge wie „How much you pay for pedicure in Switzerland?“. Weiterlesen

18. Desperately Seeking Ashtray

Von Brigitte Zaugg, 26. Februar 2015

Nach unendlich langen, meist selbstauferlegten Rauchpausen in der Wildnis, im Familienkreis oder in aschenbecherlosen Grossstädten erwartet uns das ehemals französische Unionsterritorium Puducherry (das bis 2006 noch Pondicherry hiess) mit einer kleinen Offenbarung: Auf den Tischen in der Gartenbar des Hotels The Promenade finden wir doch tatsächlich … Aschenbecher! Ein ganz und gar neuartiges Luxusgefühl, für eine Zigi nicht raus auf die Strasse zu müssen. Und eine seelische Erleichterung obendrauf, weil Rauchen in der Öffentlichkeit, also zum Beispiel auf Strassen, in ganz Indien theoretisch verboten ist. In diesem Zusammenhang kann ich auch gleich beichten, dass ein Teil des Litterings entlang unserer bisherigen Reiseroute von mir verursacht ist. Weiterlesen

17. Nilgiri Queen macht Dampf

Von Brigitte Zaugg, 24. Februar 2015

Das sieht man, wenn man sich im hintersten Abteil des Nilgiri Mountain Train aus dem Fenster lehnt: halsbrecherische Viadukte, russgeschwärzte Tunnels, unzählige Kehren, Dschungel und nochmals Dschungel, Schluchten, Wasserfälle und extrem stotzige Hänge, an denen da und dort kleine Dörfer kleben. Und ganz vorne, in Rauchschwaden gehüllt, die Dampflok Nilgiri Queen. Von Coonoor hinunter nach Mettupalayam sind in dreieinhalb Stunden gemütlicher Fahrzeit rund 1500 Höhenmeter zu überwinden, ein bahnromantisches Highlight der Extraklasse, das seit zehn Jahren den Status eines Unesco-Welterbes hat. Weiterlesen