Gastbloggerin

6. Ganz aus dem Häuschen

Von Brigitte Zaugg, 7. Februar 2015

Eine kleine Hütte unter der Treppe zum Turmrestaurant ist der Spa-Bereich des „Empire Beach Resort“, wobei Spa hier durchaus die Abkürzung für „Simply Pure Ayurvedic“ sein könnte. Denn einfacher gehts definitiv nicht. Da gibts weder feuchtwarme, flauschige Frottiertücher noch Räucherstäbchen oder gar sanfte Sitarklänge aus dem Hintergrund für den seelischen Gleichklang, sondern nur: einen nackten Steinboden, einen asketischen Behandlungstisch auf Taillenhöhe, einen fleckigen Stuhl und ein wackliges Gestell mit einer unübersichtlichen Ansammlung von Flaschen und Fläschchen in undefinierbaren Erd- und Schlammfarben. Das ist das Reich von Binu, dem Ayurveda-Masseur meines Vertrauens. Alles ist dunkel und – oily, oily, oily. Nicht wirklich einladend, und doch flüstert es aus jedem Winkel dieses mediokren Raums: In keinem Wellnesstempel der Welt bist du den Zauberkräften der Kerala-Dschungelpflanzen näher als hier. Weiterlesen

5. Frauenpower à l‘indienne

Von Brigitte Zaugg, 6. Februar 2015

Das ist Meena, im „Café del mar“ zuständig für die Betreuung der Touristen draussen auf den Liegestühlen. Hat jemand seine Sonnencrème vergessen? Meena kann aushelfen. Braucht jemand ein Badetuch? Einen Sarong? Ein T-Shirt? Meena hat alles im Angebot. Hat jemand seinen Hotelzimmerschlüssel im Sand verloren? Meena findet ihn. Pedicure mit Fussmassage gefällig? Samt Lackierung in einer Trendfarbe? Für 500 Rupien, etwa acht Franken, gibt Meena alles und setzt auf Wunsch aus winzigen Glitzersteinchen Blümchen auf die frisch bemalten Zehennägel. Weiterlesen

4. Shack-as-shack-can

Von Brigitte Zaugg, 5. Februar 2015

Ein kilometerlanger Strand, an dem sich Beachshack an Beachshack reiht: An der nordgoanischen Küste von Candolim über Calangute bis Baga muss wahrlich niemand darben. Überall gibts kaltes Bier und heisses Essen (Wi-Fi sowieso) – genau genommen gibts eigentlich überall mehr oder weniger dasselbe. Das hat den grossen Vorteil, dass man sich als „Fan von Ruhe und Entspannung“ auf einen einzigen Beachshack konzentrieren und dort sorglos zurücklehnen kann, weil man ziemlich sicher auch an diesem Tag anderswo rein gar nichts verpasst. Weiterlesen

3. Die Hunde von Goa

Von Brigitte Zaugg, 3. Februar 2015

Da ich nicht zu Recherche-, sondern zu Ferienzwecken in Indien bin, gestehe ich hier ohne Umschweife, dass ich keine Ahnung habe, wie es um die Hunde in diesem von so viel Armut betroffenen Land wirklich steht. Es gibt einige Fakten, die einen misstrauisch stimmen. Zum Beispiel den, dass in Indien weltweit am meisten Menschen an Tollwut sterben, was mit der grossen Zahl von streunenden Hunden zu tun hat. Das Problem der wilden Müllhalden, auf denen diese Tiere nach Fressbarem suchen, ist so gut wie nirgends auf dem ganzen Subkontinent gelöst. Bestimmt hat aus tierschützerischer Sicht auch der Bundesstaat Goa die Sache mit den Hunden nicht komplett im Griff (das Abfallproblem ohnehin nicht), denn auch hier sieht man viele Vierbeiner ohne Halsband (was bedeutet, dass sie niemandem gehören) und auch ohne Einschnitt im Ohr (was das Zeichen wäre, dass das Tier kastriert ist). Weiterlesen

2. Good Morning India

Von Brigitte Zaugg, 2. Februar 2015

Kaum vorstellbar, dass es hier in wenigen Stunden gut und gern 35 Grad heiss sein wird! Aber noch ist es morgens um halb sieben, über allen Beachshacks ist Ruh, in allen Hängematten spürest du nur einen Hauch. Die zwei tief eingemummelten Schläfer hier sind Sultan und Raj, Kellner im „Café del mar“. Oder vielleicht auch Grillmeister Srikhan und Chefkoch Mohan. Wie die meisten Saisonniers im touristischen Strandgeschäft von Goa verdienen sie pro Monat um die 100 Franken, zuzüglich Kost und Logis, wobei das Logis ein Liegebett im Sand ist. Weiterlesen

INGREBIDEL !NDIA

Von Brigitte Zaugg, 1. Februar 2015

Als Gastbloggerin des Monats Februar schreibt annabelle-Produzentin Brigitte Zaugg über ihre jüngste Südindien-Reise mit Strandferien in Goa und einer Rundreise durch Karnataka, Tamil Nadu und Pondicherry. Ihr Profil bei Tripadvisor: „Reisende/r über 60“, „Ökotourist“, „Fan von Ruhe und Entspannung“. Mit dabei: Arno (68), die ultimative Inkarnation des Tripadvisor-Kriteriums „Fan von Ruhe und Entspannung“ und ein Meister der universellen Zeichensprache („Wieso reden, wenn mit ein paar angedeuteten Handzeichen alles gesagt werden kann?“) Weiterlesen

Durian Diaries: Was man isst

Von Danielle Hausmann, 26. Januar 2015

Die Vögel pfeifen frühmorgendlich gut gelaunt, der Strassen- und Baustellenlärm dröhnt: Zeit, dass ich mir ein erstes Mal den Magen vollschlage. Am besten geht dies in einem Koptitam, einem Coffeeshop. Ein originales Singapurer Frühstück besteht zunächst einmal aus Kaya. Ein Toast, der mit Butter und einer sehr süssen Kokosnuss-Eier-Crème bestrichen ist. Dazu gibt es zwei weiche 3- oder eher 2-Minuten-Eier, die mit reichlich Sojasauce in einer kleinen Schüssel vermischt verspeist werden. Flankiert wird das Mahl von starkem, mit Kondensmilch gesüsstem Kopi (Kaffee). Meine Lieblings-Kaya-Adresse ist das Killiney Kopitiam. Es gibt zahlreiche weitere solcher Coffeeshops, dasjenige an der 67 Killiney Road war das erste seiner Art und hat sich sein originales Flair bis heute bewahrt. Zudem sind die Betreiber ausnehmend freundlich. So kann ein Tag in Singapur losgehen! Weiterlesen

Foodparadies unter viktorianischem Dach: Wo man isst

Von Danielle Hausmann, 16. Januar 2015

In jedem Reiseführer ist zu lesen, dass Singapurer zwei Hobbies haben: Essen und shoppen. Das stimmt. In Singapur vermischen sich nicht nur die Kulturen, sondern auch die Einflüsse deren Küchen und entsprechend viel gibt es zu entdecken. Neben der Kulinarik der benachbarten Staaten Malaysia, Indonesien und Thailand sind wegen des hohen Bevölkerungsanteils der Chinesen und Inder auch deren Küchen allgegenwärtig und fast 24/7 verfügbar an jeder Strassenecke. Ein Paradies, das die Singapurer zu schätzen wissen – und ich auch. So überrascht es nicht, dass sie die Einwohner liebevoll Foodies nennen – Feinschmecker. Ein jeder Singapurer spricht auch gern übers Essen. Jederzeit. Immer. Bin ich mir einmal nicht sicher, was ich an einem Food-Stand bestellen soll, so frage ich einfach eine Person, die gerade etwas lecker aussehendes verspeist: Noch keiner hat gezögert und bereitwillig Auskunft gegeben. Weiterlesen