Gepäck

Murphy's Law oder "I like India…?"

Von Stefanie Rigutto, 13. Juli 2010

In 99 Prozent der Fälle ist Reisen einfach grossartig. Doch da gibt es dieses eine kleine Prozent, nämlich dann, wenn ganz viel schief läuft - und dann ist Reisen einfach grauenhaft. Als ich jüngst zum Skifahren nach Colorado in den USA flog, ging alles schief, was überhaupt schief laufen konnte... Aber urteilen Sie selbst: - In der Nacht vor dem Abflug: Virus aufgelesen, die WC-Schüssel zum Katastrophengebiet erklärt, den Notstand ausgerufen, kein Auge zu getan. - Morgens um 7 Uhr: Völlig entkräftet zum Flughafen geschleppt, im Taxi die Kotztüte auf den Knien gehalten. - Verspäteter Abflug: Statt 9 Uhr wirds 11 Uhr. Auf den Flughafensitzen den geschundenen Körper ausgestreckt, an einer Cola genippt. - Endlich, 11 Uhr, Flug nach Frankfurt. Ich fühle mich hundselend. - Flughafen Frankfurt: Chaos herrscht. Vor der Sicherheitskontrolle der USA-Flüge gibt es eine Schlange, die durch den ganzen Flughafen reicht. Egal, was für ein Ticket man hat, wann der Flug geht - "sorry, M'am, you have to wait in line", heisst es. Laufend scheren die Reisenden aus der Schlange aus - sie haben ihren Flug verpasst. Me too (obwohl trotz der Flugverspätung genug Zeit zum Umsteigen gewesen wäre...). - Zwei Stunden Anstehen am Service Desk, um ein neues Ticket nach Denver zu bekommen. Der Körper ist so geschwächt, dass ich mich tatsächlich auf den Flughafenboden setze ("Junge Dame, geht es Ihnen gut?") - Eine halbe Stunde mit der Dame vom Service Desk verhandelt (sie konnte meine Buchung nicht finden, obwohl beide Flüge bei Mitgliedern von Star Alliance gebucht wurden). - Ticket erhalten, Flug geht in drei Stunden - das heisst: zwei Stunden Pause, dann wieder eine Stunde am Gate anstehen, um die Boardingkarte zu erhalten. - Finally, im Flugzeug - 9 Stunden Flug nach Washington, ausruhen, schlafen. - Ankunft in Washington: Kein Koffer von Frau Rigutto. - Weiterflug nach Denver, Colorado: Immer noch kein Koffer von Frau Rigutto. Beim Lost&Found werden meine Daten aufgenommen, ich erhalte ein Notfall-Package mit Zahnbürste, Zahnpasta und ein paar Crèmes. Morgens um drei Uhr komme ich schliesslich im Hotel in Winter Park an. Was jetzt kommt, ist das ganze Sammelsurium der Gefühle: Tag 0: Die grosse Müdigkeit. Ich kann nicht mehr denken, will nur noch schlafen. Tag 1: Die grosse Gleichgültigkeit. Koffer da, Koffer nicht da - who cares? Ich bin froh, dass es mir wieder besser geht und mein Magen wieder feste Nahrung zu sich nehmen kann. Der Koffer wird schon kommen. Die anderen Journalisten der Pressereise helfen mir mit Winterklamotten aus, Ski und Skischuhe hätte ich sowieso mieten müssen. Weiterlesen